Ein Telefonat mit der Weimarer Republik

Exhibition Design Städtische Galerie im Lenbachhaus

Für die Ausstellung „Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik” im Lenbachhaus haben wir ein Gestaltungssystem entwickelt, das die Werke zahlreicher namhafter Künstler:innen um eine zusätzliche Erzählebene ergänzt. Neben den ausgestellten Gemälden, Fotografien und Plastiken schaffen Filmausschnitte, Hörstücke, Musik, Bücher, Exponate und Zitate einen Kontext, der Geschichten und Details aus der Weimarer Republik erzählt.

Was wäre ein Ferngespräch ohne Notizen?

Inspiriert vom titelgebenden Werk von Käthe Hoch, das Erich Müller-Kamp mitschreibend am Telefon zeigt, entstand die Idee der Gesprächsnotiz. Nach dieser gestalterischen Leitidee werden überdimensionale Notizzettel und -blöcke, handschriftliche Elemente und kleine Kritzeleien eingesetzt, die die Besucher:innen durch den Raum begleiten und eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.

Gleich am Eingang des Ausstellungsbereichs werden die Besucher:innen mit einem Zeitstrahl aus großen Notizzetteln an die Geschehnisse in Deutschland zwischen 1918 und 1933 erinnert. Englische Übersetzungen stehen in Form eines ein Meter hohen Riesenblocks zum Selbstabreißen zur Verfügung. Originalzitate lassen die historischen Figuren selbst zu Wort kommen. Dabei heben handschriftliche Markierungen immer wieder bestimmte Stellen bewusst hervor.

Themencluster schaffen Orientierung

Die 88 Gemälde, Plastiken und Fotografien wurden von den Kurator:innen in 16 Themenbereiche gegliedert. Eine präsente Titelgestaltung, die jedes dieser Themen benennt, führt die Besucher:innen während des Ausstellungsrundgangs durch diese Struktur. Spielerische, handgezeichnete Ergänzungen, die von kleinen Kritzeleien inspiriert sind, wie sie oft während eines langen Telefonats auf einem Notizzettel entstehen, veranschaulichen deren Aussage.

Münchner Merkur, 13.05.2026

„Unterstützt wird das Konzept (…) vom Büro Alba. Es formt das Projekt zu einer pfiffigen Einheit aus Kunst und Geschichtsausstellung. Hellblaue Würfel und Tafeln, neben gedruckten Texten Hinweise in Schreibschrift samt Zeitstrahl von 1918 bis 1933 lassen die Fülle an Werken und Informationen gut verdaulich werden. Eine Wohltat für alle, die ihren Geschichtsunterricht fad fanden/finden.“

Eine (Zeit)Reise durch München

Für den Themenbereich „Antifaschist:innen“ haben wir einen Animationsfilm gestaltet, der auf der Stadtkarte Treffpunkte, Wohnorte von Nazis und der Gegnern zeigt. Ausserdem werden wichtige Schauplätze von historischen Ereignissen verortet.

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Credits
Foto Lenbachhaus München: © Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Fotos Ausstellung: Simone Gänsheimer, Lenbachhaus

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