Im Dialog mit einem Archiv

Exhibition Design Monacensia im Hildebrandhaus

Unter dem Titel „Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“ zeigt die Monacensia Rachel Salamander als Publizistin, Vermittlerin und Gründerin der Literaturhandlung und gibt zugleich einer Vielzahl literarischer Stimmen Raum, die von ihr geprägt und gefördert wurden. Im Zentrum steht die Schönheit und Aussagekraft von Literatur und Sprache.

Literatur als Haltung, kraftvoll inszeniert

Die Ausstellungsgestaltung kombiniert ein klares Raster mit einer eigenen Formensprache für die verschiedenen Ebenen. Ergänzt wird das räumlich Formale mit einem eigenen Farbcode, der sich aus den kräftigen Farben Lila, Rot und Grau und den Pastelltönen Rosa und Flieder zusammensetzt. In der Gesamtwirkung der Elemente liegt der Fokus darauf, einen kraftvollen und emotionalen Raum zu schaffen, um die Arbeit von Rachel Salamander, die Literatur, die Autor:innen und das dokumentarische Material zu vermitteln. Texte, Zitate, Exponate, Audiodokumente und Filmbeiträge werden analog und interaktiv in den Räumen erfahrbar. Filme, Exponate und gesammelte Werke laden zum Eintauchen ein und schaffen Bezüge zur Gegenwart.

Ein einzigartiges Forum für jüdische Autor*innen

Ein zentrales Element in der Ausstellung ist die Gestaltung der aus Zitaten zusammengestellten Dialoge an den Wänden. Die Zitate verschiedener Autor:innen, kombiniert mit Anmerkungen und Kommentaren von Rachel Salamander, werden als abstrahierte Sprechblasen in der Formensprache moderner Chatverläufe inszeniert. Die Platten treten plastisch aus der Wandebene hervor und illustrieren damit diese von den Kurator:innen entwickelte ungewöhnliche Form der Gespräche.

Multi-Picture-Tableaus geben einen Ausschnitt der schier unzähligen Veranstaltungen wieder, die Rachel Salamander organisiert und geprägt hat. In der Hörnische der Ausstellung wird diesem Thema noch mehr Raum gegeben: Die reine Aufzählung an der Wand macht in ihrer Dichte und Fülle unmittelbar deutlich, welch außerordentliches Lebenswerk hier dokumentiert ist.

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Das Archiv und die Literaturhandlung als Gestaltungsquelle

Die visuelle Sprache der Ausstellung schöpft aus dem tatsächlichen Archiv Rachel Salamanders. Die ikonischen roten Ordner, in denen sie jahrzehntelang alles gesammelt hat, sowie Lochungen, kopierte Dokumente, Trennblätter und fortlaufende Nummerierungen finden sich als gestalterische Analogien im gesamten Ausstellungsraum wieder. Die Porträts der Autor:innen sind so gestaltet, als wären sie mit einem Kopierer reproduziert worden.

Das innovative Regalsystem der Literaturhandlung und die Systematik, mit der dort Literatur präsentiert wurde, haben die räumliche und visuelle Organisation der Ausstellung inspiriert.

Für die typografische Gestaltung wurde die Area der französischen Typefoundry Blaze Type gewählt. Die Schrift orientiert sich an der charakteristischen Typografie, die Rachel Salamander für die Literaturhandlung, Programmflyer und andere Drucksachen verwendet hat, interpretiert sie jedoch zeitgemäß und entspricht damit den heutigen Anforderungen an Lesbarkeit, Funktionalität und digitalen Einsatz. Abgeleitet von klassischer Buchgestaltung werden typische Gestaltungselemente wie zum Beispiel Einzüge und Marginalien verwendet.

Neuer Raum neu gedacht

Die bestehenden Vitrinen der Monacensia wurden überarbeitet und so gestaltet, dass sie künftig auch für weitere Sonderausstellungen eingesetzt werden können. Sie zeigen Dokumente aus dem Literaturarchiv der Monacensia und dem Archiv des Instituts für Zeitgeschichte in München, Fotografien, Manuskripte und persönliche Dokumente aus Rachel Salamanders Archiv sowie ein Kunstwerk von Miriam Salamander.

Alle interaktiven Elemente – Lesungen zum Nachhören, Archivfilme und Filmausschnitte – sind farbig hinterlegt und mit einem Hands-on-Sticker markiert, sodass auf einen Blick erkennbar ist, was berührt, gehört und erlebt werden darf.

Mitnahme-Paket: Die Ausstellung zum Mitnehmen

Eigens für die Ausstellung wurde ein kleines Mitnahme-Paket entwickelt und gestaltet. Mit einem Gummiband zusammengehalten und damit kompakt gebündelt, liefern vier DIN-A6-Hefte Hintergrundinformationen, eine Zusammenfassung „To Go“ und Raum für Notizen. Alle Materialien sind im Design der Ausstellung gestaltet und laden dazu ein, das Erlebte weiterzudenken und festzuhalten.

Tiefer eintauchen auf MON_Mag

Wie bei der Dauerausstellung des Hildebrandhauses wird auch für diese Ausstellung das von uns gestaltete MON_Mag als digitale Erweiterungsplattform eingesetzt. Ein Novum ist die Umsetzung der Ausstellungsinhalte auf der Plattform als digitale Version in Pageflow.

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Der Blick in die Ausstellung zeigt die Perspektive durch einen gewälbten Torbogen, hinter dem man direkt auf den Wand gedruckte Personen, Zitate, eine Vitrine und Texttafeln erkennt.
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